1.
Klar muss man froh sein, aber es gibt auch viele Nachteile.

Der größte Nachteil aus meiner Sicht, ist die Tatsache, es hat ja einen Grund, warum ich Rentner bin. Altersmäßig sollte ich ja noch ein paar Jahre dem Staat zu Steuern und Einnahmen verhelfen. Aber; da ist das Kreuz mit dem Kreuz.

Harry im Tarnanzug auf der Bank
Der „Alte Mann“ und die Bank!

Zu viele Baustellen am Rücken; einmal angefangen, wäre kein Ende in Sicht gewesen. Und ob ich, trotz Operationen schmerzfrei geworden wäre, würde ich mal sehr stark bezweifeln. Einerseits Versteifungen und eventuell die eine oder andere Bandscheibe einsetzen; die Gefahr der Querschnittslähmung und des ewigen gefesselt sein an einen Rollstuhl? Nein ; danke! Keine guten Voraussichten.

Ich musste lernen, mehr auf meinen Körper zu hören; ihn bei manchen Sachen unterstützen und nötigenfalls durch Streck und Dehnübungen wieder in die Reihe zu bekommen. Oder noch einfacher gesagt; akzeptieren, das die Lasten vielleicht doch zu schwer sind und ich die Finger davon lassen muss.

2.
Vorkehrungen wegen drohender Altersarmut

Ein Mensch, der sich mit seiner Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen muß, ist bestimmt nicht immer in der Lage, Geld auf die Seite zu legen. Angefangen in der Jugend bis in`s hohe Alter. Die Anforderungen ändern sich dauernd. Will man flexibel sein, muss ein Fahrzeug her. Dann kommen Kinder; diverse Schicksalsschläge oder Krankheit bis hin zum Verlust seines sozialem Umfeld. Die Arbeitswelt verläuft auch nicht immer nur gerade aus, also sind da auch ein paar Dellen zu erwarten. Da muß noch nicht einmal eine gesundheitliche Einschränkung kommen, das Leben ist nicht fair und verläuft nie so, wie man es gerne hätte. Geld ist relativ; die Menge ist Ausschlag gebend. Oder muß jetzt unabdingbar mein Lieblingszitat kommen? Na gut: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“ Da ist auch schon ein weiteres Problem; unsere Gesellschaft kennt nur noch Ellenbogen raus und alle anderen niederknüppeln. Der Starke frisst den Schwachen, nicht vor Hunger oder Not, nein, aus den niedrigsten Instinkten heraus. Und da soll man keine Hunde, Katzen oder andere Tiere mögen. Die sind, weder untereinander, noch gegenseitig so rabiat und vernichten sich gegenseitig.

Yoko spielt Schoßhund und schmust mit mir
Ein Bild sagt mehr als Worte!

3.
Langeweile

…kommt bei mir bestimmt nicht auf. Ich habe meine Hobbies, die ich je nach Wetter und Jahreszeit ausübe. Sei es mein Garten, die Eisenbahn oder auch diese Internetpräsenz. Vielleicht sollten wir alle wieder lernen, mit weniger zufrieden zu sein. Das fällt schwer; wird man ja mit Wünschen und Vorlagen vollgeballert, klares und einfaches Denken ist bei dieser Reizüberflutung doch schon gar nicht mehr möglich. Schauen wir uns doch mal das Fernsehen der öffentlich/ rechtlichen Medien an: Vor lauter Werbung bekommt man den Sinn des Filmes schon gar nicht mehr richtig mit. Also muß der Werbeblock mit kleinen, seichten Dingen gefüllt werden, damit nicht der Anschein entsteht, man müsse nur Werbung konsumieren. Armes Volk; ohne Handy und Glotze nicht mehr in der Lage, soziale Kontakte zu pflegen.

4.
Probleme mit Kontakten

…ist bei mir eigentlich auch kein Problem. Zumal ich regelmäßig mit meiner Hundedame unterwegs bin und dadurch doch den einen oder anderen Kontakt generieren kann. Es kommt aber auch auf die Person an, der eine kann mit anderen Personen sehr schnell Kontakte knüpfen, bei anderen ist das ein kleines Problem. Klar würde es auch ich mir schwer fallen, neuen „Kontakt“ zum weiblichen Geschlecht aufzunehmen; vermag man auch nicht immer ausschließlich freundschaftliche Kontakte pflegen zu wollen. Damit haben aber auch schon jüngere zu kämpfen und es ist nicht immer selbstverständlich, einen Lebensabschnittspartner zu finden.

Fazit:

Ich glaube, es ist immer wichtig, den Blickpunkt der Dinge des täglichen Lebens nicht aus den Augen zu verlieren. Je nach Erfahrung, Alter und Bildung gelingt es uns leichter oder schwerer, unseren eigenen Blickpunkt so neutral, wie nur möglich, zu betrachten. Alleine meinem Erfahrungsschatz zu plündern, wäre fast unmöglich(Typischer Spruch von mir:Wenn Du dort hin riechst, wo ich schon hin geschissen habe, bist Du auf einen guten Weg). War ich schon immer sehr aktiv, dem Neuen aufgeschlossen, den Tellerrand nicht als „Grenze“ akzeptierend, ohne „naiv“ oder dümmlichen Ansinnen zu begegnen. Es bleibt einfach nicht aus, daß alle Eindrücke im Leben, Schrammen und Verletzungen hinterlassen. Viele Erfahrungen sind teilweise sogar so stark und vehement, der erdachte Weg oder Vorgaben können nicht mehr eingehalten werden. Ich habe sogar das Empfinden, die Querschläge der Gesellschaft werden immer massiver und nehmen sehr stark zu. Sogar mir als bekennendes „Stehaufmännchen“ fällt es immer schwerer, die Fäuste wieder zu heben; bei einem Tiefschlag wieder auf zu stehen und weiter zu machen. Mag es am zunehmendem Alter liegen, ich kann keine logische Antwort geben. Und das macht mich etwas traurig. War es mir schon immer ein Bestreben, durch „gutes Beispiel“ ein guter Wegbegleiter zu sein oder auch nur der Halt in der Brandung zu sein?

Ich stehe auf und kämpfe, um jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Offen in alle Richtungen, aber auch zielbewusst und mit einem Quantum an Selbstvertrauen zu mir und meinem Weg. Mag der Weg auch noch so steinig sein; irgendwo her kommt ein Zeichen oder Hinweis, da geht es weiter!

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