Hundespruch

Vor zirka 20 Jahren hatte ich in meinem beruflichen Handeln sehr oft den I Mac (Knuffelmac) instandsetzen dürfen. Frei nach dem Motto, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr habe ich beim Ausschlachten eines I Mac etwas gewaltige Probleme gehabt. Von wegen, Übung macht den Meister; das kann doch wohl nicht wahr sein!

Lange Rede, kurzer Sinn, so nach und nach sind mir die Handgriffe ja doch wieder eingefallen und das Gehäuse kann nun dekorative Elemente setzen. Der Elektroschrott wird entsorgt und alles ist gut. Aber trotzdem: 1200€ so einfach auf den Schrott zu werfen, da blutet einem schon das Herz. Aber durch meine, nicht immer positiven Erlebnisse bei E Bay schreibe ich diesmal nichts aus und “verschenke” es fast.

Hatte ich ein Banjo von Bekannten bekommen; ich liebe ja Musik, und habe das Teil versucht, mit Leben zu erfüllen, neue Wirbel eingebaut und neue Saiten eingespannt. Der Klang war miserabel. Bei E Bay für Dekozwecke eingestellt. Einen Käufer gefunden. Aber das Teil zu verschicken; eine Odyssee sondergleichen. Die DHL wollte es als Sperrgut mit einem Aufpreis von 27 € transportieren, für das Geld hätte ich das Banjo dem Käufer auch bringen können.

Naja, frei nach dem Motto von Udo Lindenberg: Aber sonst ist wieder mal alles klar, auf der Andrea Doria!

Gehe ich doch lieber in den Garten und ärgere mein Unkraut!

Auch als Mann freut man sich über Blumen

Diese Zeilen hatte ich bereits im Vorfeld verfasst. Sie wurden nur noch eingefügt:

Edelwicken (als letzter Versuch?)

Es ist schon sehr seltsam und nicht mehr nachvollziehbar. So langsam glaube ich wirklich, die Welt dreht sich verkehrt. Ja; ich weiss, Corona. Aber Corona alleine kann so ein Verhalten innerhalb unserer Gesellschaft nicht provozieren oder begünstigen. Die „ältere Generation“ und ein paar Normaldenkende sind die Ausnahme. Nur der Großteil glaubt sich benachteiligt und übergangen zu fühlen. Zwischenmenschliche Beziehungen und soziale Bindungen verlieren dermaßen an Wert; der Zerfall ist nicht mal mit dem aus der Elektronik gültigen Satz des Mooreschen Gesetz realisierbar.

Wer nun erst nachschlagen müsste, hier gleich ein Zitat von „Wikipedia“.

Zitiert von https://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz

Das mooresche Gesetz (englisch Moore’s law; deutsch „Gesetz“ im Sinne von „Gesetzmäßigkeit“) besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt; je nach Quelle werden 12, 18 oder 24 Monate als Zeitraum genannt.

Unter Komplexität verstand Gordon Moore, der das Gesetz 1965 formulierte, die Anzahl der Schaltkreiskomponenten auf einem integrierten Schaltkreis. Gelegentlich ist auch von einer Verdoppelung der Integrationsdichte die Rede, also der Anzahl an Transistoren pro Flächeneinheit. Diese technische Entwicklung bildet eine wesentliche Grundlage der „digitalen Revolution“.

Die genauere und voll umfängliche Beschreibung findet Ihr aber bei https://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz. 

Was hat das Mooresche Gesetz mit Zivilisation zu tun? Es ist die Veränderung und Reduktion der Größe; also durchaus ein passender Vergleich. Es werden mehr als leichtfertig Beziehungen auf*s Spiel gesetzt, lieb gewonnene Zusammenhänge und Regeln einfach mal so über Bord geworfen. Viel zu oft wird es voraus gesetzt, daß der Partner oder die Partnerin jeden Weg ohne Konsequenz mit gehen oder für Gut heißen. Nichts im Leben sollte aber selbstverständlich sein; das Leben ist zu kurz, um viele Veränderungen kommentarlos zu akzeptieren. 

Vielleicht bin ich da auch etwas zu egoistisch oder engstirnig. Aber manches Verhalten bin auch ich nicht mehr in der Lage, mit zu tragen oder schlimmstenfalls zu akzeptieren. Einige Belange sind einfach nicht hin nehmbar oder akzeptabel. So ist es für mich eine Selbstverständlichkeit innerhalb einer funktionierenden Beziehung keine andere Partner nebenher zu haben. Unsere Gesellschaft wurde durch Monogamie zu diesem Gebilde, das es zu erhalten Wert ist. Mag es sein, das Religionen oder diverse Strickmuster unserer Gesellschaft durch den Zuzug von Menschen anderer Länder und Ansichten zerstört werden müssen. Nur da gehe ich eben nicht mit. Ich verweigere mich gegen solche Ansichten. Fremdgehen (ja, ich weiß, man geht nur „bekannt“) ist eine dieser Regeln, die ich nicht dulden werde und kann. Zugvögel sollte man nicht aufhalten. Klar ist jede Veränderung im sozialen Umfeld ein Einschnitt und Veränderung in das Leben anderer; man muss nicht alles mitmachen!

Gut umschrieben ist auch etwas Wert. Ich habe nichts und niemanden angegriffen oder direkt den Finger erhoben oder gedroht. Konsequenzen aus den Verhalten anderer in meinem sozialem Umfeld gab und wird es immer geben. Wenngleich andere vielleicht darunter leiden müssen. Toleranz zu allem und jeden muss ich nicht zelebrieren; will ich auch gar nicht. Ich bin stolz auf meine Ecken und Kanten; man kann mich beugen, aber brechen werde ich nicht. Es ist mir wohl bewusst, dass auch eine junge Weide bis zu einer starken Biegung nicht bricht. Aber mit zunehmendem Alter wird auch dieser Punkt schneller erreicht sein, wie in jungen Jahren. 

Wenn man die sozialen Medien richtig interpretiert, so stellt man fest; ich bin gar nicht so alleine, wie es manchmal erscheint. Es ist nicht nur das zunehmende Alter, was mich diese Gedankengänge gehen lässt, vielmehr häufen sich solche Vorfälle expotential. 

Warum denn das alles in schriftlicher Form reflektieren? Für mich ist das Verfassen meiner Meinung eine Befreiung und Verarbeitung.

Die Tage vergehen im Flug und manchmal frage ich mich schon, ob das zunehmende Alter Schuld am Vergessen des Wochentages ist oder das „in den Tag dahin plätschernde Leben eines Rentners“. Durch regelmäßige Arbeit oder Beschäftigung fällt das in der Regel nicht so in*s Gewicht; das Hamsterrad unserer Zivilisation hält uns schon auf Trab und lässt uns Dinge in einem ganz anderen Licht erscheinen. 

Was zur Hölle sind 90 Tage; eine sehr lange Zeit. Zeit zum Nachdenken? Eine Zeit für Neuorientierung? Eine Zeit der vorüber gehenden Trennung von Tisch und Bett? Die Trennung von Bett geschieht sehr schnell; Wechselschicht oder unterschiedliches Arbeiten drängt die Notwendigkeit der ersten Trennung vom Bett voran. Schlafverhalten (Schnarchen) oder auch unruhiges Schlafen sind der nächste Punkt, der das partnerschaftliche Nutzen gemeinsamer Betten verneint. Kur, oder auch auf Neudeutsch „Rehamaßnahme“ sind längstens 5 Wochen. Alleine in dieser Zeit kann so vieles geschehen, was eine Trennung in die Wege leitet. Klar, man ist weg vom alltäglichem Streß der Verköstigung und Regeln, die eine Beziehung so nach sich zieht, da kann man das „Sonntagsgesicht eines „neuen Partners“ schon für allgemein gültig sehen lassen. Dem ist in der Regel aber nicht so. Nach kurzer Zeit ist auch das „Neue und auch vermeintlich bessere Gesicht“ trivial und banal. Gleiche Trott, nur in einer anderen Schachtel. 

Zeit um Nachdenken hat man während so einer Coronazeit genug. Wenn da nicht der Fernseher und das Internet als Alleinunterhalter zu Tage kommt. Der gaukelt einem immer und 24 Stunden lang Friede, Freude Eierkuchen vor. Kilometer weit weg von der Realität, die man ja mit allen Mitteln umgehen will. Warum aber ausgerechnet 90 Tage. Nun, das ist einfach und logisch erklärt. Fernreisen zu unserem „großen Bruder“ verlangt nach einem Visum. Dieses ist nur 90 Tage gültig. Danach muss man wieder ausreisen, also zurück zur heimatlichen Scholle. Das mit der heimatlichen Scholle ist aber dann das nächste Problem. Warum um alles in der Welt, soll der „daheim gebliebene Partner“ die Scholle bewirtschaften und für den „wiederheimkehrenden“ frei halten? Ich für meinen Teil sehe keine Notwendigkeit für so ein Verhalten. Gleiches Recht für alle!

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob er nicht doch was besseres findet? Das klappt nicht immer ohne Abschürfungen oder Wunden, die noch tiefer gehen und sehr schmerzhaft sind. Zumindest bei Menschen, die Eheversprechen für bindend empfinden. Oder gilt doch nur das Lied von Rammstein „willst Du bis der Tod euch scheidet“ mit der Wandlung zu „willst Du bis zum Tod der Scheide“? Letzteres kann durch Wechseljahre hervor gerufen werden. 

Bei mir ist das Eheversprechen auch schon ein paar Tage her; in guten, wie in schlechten Zeiten? Es erscheint mir immer wahrscheinlicher, das all diese Beteuerung der „ewigen Treue“ nur Schall und Rauch einer kurzweiligen Denkweise und das „verhören“ einer Kleinigkeit, die es nicht wichtig ist, ein zu halten.

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