Man kann sich gar nicht vorstellen, wie der Tod eines geliebten Menschen einen verändern kann. Obwohl ich schon seit längerem mit dem Fortgang meines Vaters rechnete, habe ich eine gewisse Leere in mir. Ich habe Probleme mit der Konzentration und grübele über wenn und aber nach. Habe ich mich immer richtig verhalten, hätte ich etwas besser machen können? Mir steckt der Tod meines Sohnes immer noch in den Knochen. Bei Marcel konnte ich nicht im herkömmlichen Sinn trauern, aber das das ist ein anderes Thema. War es für mich erst mal ein Tiefschlag, als meine Schwester mich von der Wahrscheinlichkeit des Ablebens meines Vaters informierte. Trauer während dieser verdammten Corona. Kontaktverbot zu seinem Vater wegen Corona. Hindernisse, die wir wohl nicht zu verantworten hatten, aber wir mussten sie als “gegeben” hin nehmen. Im Stillen lasse ich das ganze Leben Revue passieren; waren es doch 63 Jahre, die mein Vater und ich mehr oder weniger zusammen leben und erleben durften. Die Schwierigkeiten und Probleme in meiner Kindheit oder Jugend.

Mein Vater war sportlich sehr motiviert und wollte sich mit uns immer messen. Was die Arbeit anbetraf; ich muss da noch ein paar Ecken beschnuppern, die er mir als Vorlage hinterlassen hat. Ja, so ein Leben ist kurz; gerecht oder ungerecht: Ich vermag es nicht zu beurteilen. Ich erinnere mich noch gerne an meine Jugend. Mein Vater und ich hatten eine größere Menge Gras für meine Hasen benötigt. Wir gingen also an die Wege, die eine gute Ernte versprachen.

Ich weiss nicht, ob ihr schon mal im Sommer Gras gemäht habt, Unmengen an Fliegen und anderem Gefleuch macht sich da startklar auf die Jagd auf uns Menschen. Mir konnte da nichts passieren, ich hatte ja meine Zigaretten! Das war das erste Mal, wo ich meinen Vater Zigaretten rauchen sah. Ab und an mal eine gute Zigarre; ja so etwas schon, auch deswegen, weil meine Mutter den Geruch mochte.

Ja, 63 Jahre beinhalten sehr viele Kapriolen, die ich bestimmt nicht alle wiedergeben will. Als Ältester der Kinder waren aber gewisse Dinge selbstverständlich. So waren meine Eltern schon beinahe verpflichtet zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir 4 Geschwister. Vorbereitende Arbeiten, wie Stützpfähle, die aus Fichtenholz angefertigt wurden. Geschlagen im Wald und daheim geschält. Heizung war damals, wie fast überall ein Fremdwort. So gingen wir des öfteren in den Wald, um sogenanntes Gipfelholz zu schlagen. Die Kronen eines Baumes wurden damals noch als Brennholz genutzt. Mit Handsäge und Axt. Und dann nicht zu vergessen die Errichtung des “Elternhauses”komplett mit vorherigem Abriss des alten Anwesens und die Neuerstellung des Anwesens, so, wie es sich auch heute noch präsentiert.Es war nicht immer einfach, aber alleine durch solche Sachen hatte ich sehr vieles von meinem Vater abschauen können. Vielleicht resultiert auch aus dieser Zeit meine handwerkliche Vorlieben.

Viele Diskussionen und Gespräche mit meinem Vater kommen mir in Erinnerung. Ich glaube aber, das ist normal, ist es ja auch das “letzte Geleit” bis zum Grab, die man jeden Menschen hinten nach schiebt. Erinnerungen verblassen nicht so schnell, wie Fotos oder Beiträge dieser Art. Ich hoffe nur, mein geistiger Zustand lässt mich nicht so schnell in Stich.

Zur Zeit fühle ich mich noch nicht in der Lage, neue Sachen auf dieser Webseite zu erstellen. Außerdem habe ich auch noch meine Yoko, die ihr Recht auf Bewegung und Zuneigung einfordert.

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