Am 29.05.2021 war mein Asthma wieder einmal so stark, ich bekam es nicht mehr in den Griff. Medikamente, Übungen und Ernährung versagen. Leider war es so stark, man brachte mich in’s Krankenhaus. Der Notarzt hatte die Grundlage zur Besserung gelegt, jedoch konnte er aus Zeitmangel das Resultat seines Handelns nicht mehr genießen. Der Notarzt wurde mit dem Rettungshubschrauber vor Ort eingeflogen. Die Sanitäter hatten alle notwendigen Kanäle zur Beobachtung und Behandlung gelegt. Der Transport eine Qual. Die Schmerzen liesen immer noch nicht nach. Dennoch war ich sehr dankbar für den Einsatz der Rettungskräfte. Es ist ein beschissenes Gefühl, wenn Du keine Luft mehr bekommst.

Der ausschlaggebende Moment war ein “blühendes Rapsfeld” am freitäglichen Spaziergang. Die Bronchien verengten sich und die Schmerzen nahmen übermäßig zu. In der Regel bekomme ich das schnell in den Griff, aber diesmal war das Asthma stärker. Am Samstag Morgen hatte ich die Entscheidung getroffen, mich ärztlicher Hilfe zu unterwerfen. Natürlich ist es Wochenende und die hausärztliche Praxis also nicht erreichbar. Schlußendlich der Notdienst angesagt. Eine sehr teurer Besuch eines Arztes, aber lebensrettend. Der Arzt wurde mit dem Hubschrauber angeflogen; Sanitäter sind hier in Uettingen stationiert, also sehr schnell da gewesen. Hätten wir 30 Minuten gewartet, wäre der Transport mit dem Rettungswagen und die Einlieferung im Krankenhaus nicht mehr zwingend notwendig gewesen.

Einlieferung im “missionsärztlichem Krankenhaus in Würzburg”.

Ich fühlte mich wohl immer noch sehr hilflos und schwach, aber meine “grauen Zellen” arbeiteten wieder und hatten mir meinen “Medikamentenplan(1)” einfallen lassen. Digital, im E Mail Programm. Aber nicht für “Jedermann” erreichbar. Hier auch ein allgemeiner Hinweis; den Medikamentenplan immer griffbereit und ohne Barrikaden zugänglich halten! Mein Körper erholte sich zunehmend und ich fand auch wieder zu meiner freundlich, sarkastischen Art zurück. Ich bin dankbar für die medizinisch notwendigen Untersuchungen und die hervorragende Betreuung im “Missio”, so wird das Krankenhaus landläufig benannt. Auch hier gab es Irritationen, ist der Kerl jetzt noch da, oder schon wieder mit dem Taxi Richtung Heimat unterwegs? Oliver hatte Taxi gespielt und meine Frau auf der Suche unterstützt. Die Klamotten und Hygieneartikel kamen an und ich konnte zumindest meine Wäsche wechseln. Es hat alles geklappt.

Auf Station:

Gegen Mittag wurde ich dann von der “Notaufnahme” auf Station verlegt. WOW; nette und freundliches Personal, meine Drogen müssen mir die Sinne vernebeln. Nein; kein Drogenrausch, es war Realität. Freundlich und zuvorkommende Damen versorgten mich nach bestem Wissen und Gewissen.

Ich konnte dem Personal nur durch Erledigung meiner Tätigkeiten und aktiver Mitwirkung auf Station unterstützen. So wichtig und besorgniserregend war mein Zustand nun doch nicht, das ich intensiv gepflegt werden musste.Ich landete auf einem Dreibettzimmer mit Männern ähnlichem Alters und Gesundheitszuständen.

Wenn man sehenden Auges durch diese Station geht, die Leiden anderer sieht, fragst Du dich; was willst Du eigentlich da? Menschen, die stark leidend, mit der Luft kämpfend; mehr Tod als lebendig! Die Krankenschwester der Station hatten alle Hände voll zu Tun. Kein einfacher Job. Belastend bis zum “Geht nicht mehr”. Aber freundlich, zuvorkommend und nett. Wäre ich nicht in einem Krankenhaus, würde ich meinen, wir flirten miteinander. Zugegeben, einige könnten meine Kinder sein, aber auch die älteren waren nicht vom Job abgestumpft, gebrochen oder resignierend, dem Unvermögen unserer Gesellschaft begründend. Man erwartet Höchstleistung vom Personal; sollen immer freundlich und höflich sein; eine Gratwanderung, die bestimmt nicht immer einfach sein wird. Ich habe viele, trotz der Belastung sehr ausgeglichene Frauen kennen gelernt.

Ein Danke wäre bei weitem niemals ausreichend oder spiegelt die nötige Wertschätzung gegenüber solchen Menschen. Ich hoffe ja immer noch, dieser Beitrag wird von einigen gelesen und in meinem Sinne verstanden.

Die Untersuchungen gaben den behandelnden Ärzten Recht, Mein körperlicher Zustand den Umständen entsprechend gut; ich hatte sogar ein paar Tage völliger Schmerzfreiheit erleben dürfen, was alleine wegen meinen Rückenleiden schon eine sehr große Ausnahme bildeten. Ich nehme zwar Medikamente gegen die Leiden meines Rückens ein, aber manchmal sind die Schmerzen stärker, wie die verabreichten Medikamente und man schießt mit diversen Medikamenten nach. Ich sehe den Krankenhausaufenthalt als hervorragende Lösung einer “Neumedikamentierung” an und durch die Kontrollen wurde mir auch bestätigt, das die anderen Innereien noch nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Versorgung:

Der Mensch lebt nicht nur von Luft alleine, in meinem Fall eine sehr gute Mettaffer. Nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch das Essen musste sich nicht verstecken. Für eine “Großküche” geschmacklich sehr gut. So manche “Sterneküche” sollte sich eine Scheibe davon abschneiden. Ich war ja durch meine Tätigkeiten sehr viel unterwegs und habe doch andere Länder und andere Sitten gesehen. Alles in Allem war der Krankenhausaufenthalt eine Wohltat für Leib und Seele. Eine Rehabilitation besser, wie es in einigen Kurhäusern erreicht wird.

Den Zustand unserer Krankenhäuser und unseres Gesundheitswesens, schreibe ich ausnahmslos unseren Politikern aller Farben auf die Fahnen. Dem Sparwahn und profitoptimiertem Denken dieser Gesellschaft. Die sollten 24 Stunden Dienst und mindestens ein Jahr lang in einem solchen Krankenhaus erledigen, vielleicht werden diese Menschen wach und fördern auf dem schnellsten Weg eine Verbesserung und Änderung der Zustände in unserem Gesundheitswesen. Aber der Mensch vergisst zu schnell; überhaupt negative Ereignisse. Mein Wusch, den “kapitalistischen Weg zu verlassen, hin zu einem echten und “der Tatsache schuldendem Respekt” aller Beteiligten Akzeptanz und “sozial”; auch im tatsächlichem Sinne des Wortes. Ein “Christlich” oder “soziales” im Namen einer Partei ist kein Garant für sozial wichtige Ausrichtung ihres Tuns und Handelns. Es liegt an uns allen, diese Zustände zu verändern und zu einem besseren zu verändern!

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